Ein Neuzugang für die Fotosammlung: Karl-Hugo Schmölz

In diesem Jahr wäre der bekannte Kölner Fotograf Karl-Hugo Schmölz 100 Jahre jung (1917-1986) geworden. Grund genug für das LVR-LandesMuseum Bonn, eine Erwerbung zur sinnfälligen Schließung einer Lücke im fotografischen Sammlungsbestand zu tätigen. Die vier Vintage-Prints aus den 1950er Jahren, die sich in exzellentem Zustand befinden, zeigen die Meisterschaft des vor allem für seine Architektur- und Interieuraufnahmen bekannten Fotografen.

Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts fragt das LVR-LandesMuseum in zahlreichen Ausstellungen nach dem kulturellen Stellenwert der Fotografie. Heute beherbergt das Museum eine der besten fotografischen Sammlungen Deutschlands. Sie wird ergänzt durch die umfangreichen Bestände der Gesellschaft Photo Archiv e.V., des Fördervereins für Fotografie im LVR-LandesMuseum. Viele wichtige Vertreter der Fotogeschichte sind vertreten, darunter William Henry Fox Talbot, Eugène Atget, Hugo Erfurth, August Sander, Albert Renger-Patzsch, Alfred Eisenstaedt, Wegee, Hermann Claasen, Liselotte Strelow, Helmut Newton, Diane Arbus, Angela Neuke bis zur zeitgenössischen Fotografie mit Bernd und Hilla Becher, Tim Rautert, Martin Rosswog, Boris Becker oder Elger Esser – um nur einige zu nennen.

Mit der Erwerbung wird einer der Schwerpunkte der fotografischen Sammlung des Hauses vervollständigt und gestärkt: die deutsche Nachkriegsfotografie. Nicht zuletzt wird damit auch der vorhandene Bestand inhaltlich und formalästhetisch sinnvoll ergänzt. Gerade im Hinblick auf folgende Fotografengenerationen, hierbei sind insbesondere die Aufnahmen von Axel Hütte anzuführen, die Klaus Honnef im Zuge der Ausstellung „In Deutschland…“ 1979 angekauft hat und die unbestritten in den Schmölz‘schen Aufnahmen einen ihrer prägenden Vorläufer haben, wird eine wichtige Lücke geschlossen.

Schmölz arbeitete mit allen großen Architekten des Rheinlandes wie Bruno Paul, Dominikus Böhm, Gottfried Böhm, Wilhelm Riphahn, Rudolf Schwarz oder Hans Schilling zusammen und schuf so eine beeindruckende Dokumentation des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit. Darüber hinaus bearbeitete Schmölz Werbeaufträge insbesondere aus dem Bereich der Möbelindustrie. Nach seiner Heirat mit der Fotografin Walde Huth kamen auch Aufträge aus der Modebranche hinzu.

Gelernt hat Schmölz das Handwerk bei seinem Vater Hugo Schmölz, dessen Fotowerkstatt er nach dem Tod 1938 erfolgreich weiterführte. Sein streng sachlicher Blick brachte ihm Anerkennung weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus ein.

Adelheid Komenda

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2 Gedanken zu „Ein Neuzugang für die Fotosammlung: Karl-Hugo Schmölz

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