Was macht eigentlich ein*e…DJ*ane? [Museum für Zuhause]

Musik ist vielfältig. Und so vielfältig sind die Berufe, die es in diesem Bereich gibt. In der Ausstellung MUSIC! im LVR-LandesMuseum Bonn, kannst du dich als DJ*ane ausprobieren. In unserem heutigen Beitrag kannst du herausfinden, was ein*e DJ*ane eigentlich alles so kann und macht:

Was genau ist eigentlich ein*e DJ*ane?

DJ ist eine Abkürzung für „Discjockey“. Das Wort setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen. Einmal „disc“, was Scheibe oder Platte heißt und „jockey“, was so viel bedeutet wie Fahrer*in.

Ein*e DJ*ane ist also eigentlich eine Person, die „Platten fährt“. Das klingt lustig, oder? Aber was soll das heißen? Ein*e DJ*ane sorgt dafür, dass zwei Lieder direkt ineinander übergehen, er oder sie passt also die Übergänge so an, dass keine Pause zwischen zwei Liedern entsteht. Oder sie verändern bekannte Lieder und mixen sie neu zusammen. Einige machen auch ganz eigene, neue Lieder.

Hier bekommst du einen Einblick in unsere MUSIC-Ausstellung. In der Vitrine sind unterschiedliche Abspielgeräte für Musik ausgestellt. Erkennst du welche davon? Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn
Hier bekommst du einen Einblick in unsere MUSIC-Ausstellung. In der Vitrine sind unterschiedliche Abspielgeräte für Musik ausgestellt. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Seit wann gibt es DJ*anes?

Die ersten DJ*anes gab es beim Radio. Zuerst wurde die Musik live von kleinen oder großen Orchestern gespielt. Das war oft sehr teuer. Also fing man an, die Musik von Schallplatten abzuspielen. DJ*anes wählten dabei die Lieder aus. Einige wurden für ihre gute Auswahl bekannt. Mit der Erfindung der Hitparade im Radio vor etwa 90 Jahren, wurde die Arbeit des*der DJ*anes nochmal wichtiger. Die Idee der Hitparade war es, die erfolgreichsten Lieder einer Zeit rückwärts vom letzten bis zum ersten Platz abzuspielen. So wie bei den Charts heute. Radio-DJ*anes haben durch die Auswahl der Lieder damals wie heute natürlich einen gewissen Einfluss darauf, welche Musik häufiger gehört wird.  Und so konnten sie auch die jeweilige Hitparade mit beeinflussen.


Wie gut kennst du dich aus? Hier kannst du dir die Radio-Hits der letzten 60 Jahre anhören:

https://pudding.cool/projects/music-history/


Ab den 1960er Jahren etwa gab es auch DJ*anes, die Schallplatten auf Partys auflegten. Sie ersetzten Live-Auftritte von Musikgruppen. Diese DJ-Partys wurden schnell in der ganzen Welt sehr beliebt. Heute reisen DJ*anes wie zum Beispiel Felix Jaehn oder Paul van Dyk viel und legen ihre Musik an vielen unterschiedlichen Orten auf.


Hier kannst du dir eine spannende Dokumentation über drei DJs und ihr Leben anschauen. Sie machen elektronische Musik und reisen damit um die ganze Welt. Schallplatten haben sie dabei meistens nicht mehr im Gepäck:


Was braucht ein*e DJ*ane? Wie wird man DJ*ane?

Ein*e DJ*ane braucht einiges an Technik und vor allem Übung, um Musik „zu fahren“.

Wenn nicht alles am Computer gemacht wird, braucht ein*e DJ*ane einen guten Plattenspieler. Die Geschwindigkeit der Musik muss bei dem Gerät verstellbar sein, damit zwei Lieder im selben Rhythmus laufen können. So kann man einen unhörbaren Übergang von zwei Liedern erreichen. Dabei verändert sich auch die Tonhöhe, auf Englisch „pitch“. Deshalb nennt sich das Anpassen der Geschwindigkeit von Musik auch „pitchen“.

: Das Mixen von Musik braucht einiges an Fingerspitzen- und vor allem auch Rhythmusgefühl.
Das Mixen von Musik braucht einiges an Fingerspitzen- und vor allem auch Rhythmusgefühl. Foto: Mbdortmund, Stylewarz5 Kopie, CC BY-SA 3.0.

Beim scratchen, was „kratzen“ bedeutet, wird eine laufende Schallplatte mit den Fingerspitzen hin- und herbewegt. Am DJ-Mixer können dadurch die jeweiligen Töne zu neuen Melodien zusammengefügt werden.

Der DJ-Mixer ist ein Mischpult und fast das wichtigste Gerät für eine*n DJ*ane. Im DJ-Mixer laufen alle Töne zusammen. Hier kann die Musik neu gemischt und viele weitere Effekte erzeugt werden. Zum Beispiel können einzelne Töne lauter oder leiser eingestellt werden oder ineinander übergehen. Zusätzlich wird oft auch ein Synthesizer eingesetzt, ein Musikinstrument mit dem man elektronische Klänge erzeugen kann.


Doch wie sehen elektronische Klänge überhaupt aus? Und wie hört sich das an, wenn man sie verändert? Klänge sind Schwingungen, die wie Wellen aussehen. Schau und höre es hier ganz einfach an! Probiere aus, was passiert, wenn die elektronische Schwingung sich verändert:

https://musiclab.chromeexperiments.com/Oscillators/

Und wie funktioniert so ein Synthesizer und was kann man damit anstellen? Hier kannst du selbst an den Reglern drehen und Klänge verändern, so wie es DJ*anes auch oft machen:

https://learningsynths.ableton.com/de

Außerdem kann der*die DJ*ane am DJ-Mixer über einen Kopfhörer vorhören, wie die neu zusammengestellte Musik klingt, bevor es das Publikum hört. Damit der neue Musikmix gut klingt, braucht es einiges an Übung.

Hier kannst du dir anschauen, wieviel DJing man in nur neun Stunden lernen kann und einen kurzen Einblick in den Beruf eines*r DJ*ane bekommen: 


Mittlerweile arbeiten viele DJ*anes mit DJ-Controllern. Sie funktionieren wie eine Fernbedienung für Computerprogramme. Sie sehen einem DJ-Mixer sehr ähnlich. Die Knöpfe und Regler übertragen die Anweisungen an ein Computerprogramm. Mit dem DJ-Controller kann der oder die DJ*ane das DJ-Programm auf dem Computer steuern.

Macht ein*e DJ*ane auch eigene Lieder?

DJ*anes machen oft elektronische Musik. Sie stellen wie andere Musiker*innen eigene Lieder her. Sie sind also auch Musikproduzent*innen. Dafür entwickeln sie am Computer musikalische Bausteine. Oft nehmen sie dazu andere Lieder auseinander: Zum Beispiel die Gitarrenklänge aus dem einen, das Schlagzeug und den Gesang aus einem anderen Lied und basteln daraus mit weiteren eigenen Bausteinen ein neues Musikstück. Das kannst du dir wie beim Lego bauen vorstellen: man nimmt ein bestimmtes Set, für ein Flugzeug etwa, und baut daraus mit zusätzlichen Teilen etwas Anderes, zum Beispiel eine Rakete.


Auch in Zeiten ohne Publikum legen DJ*anes ihre Musik live auf. Viele DJ*anes haben in den letzten Wochen Videos von ihrer Arbeit im Internet veröffentlicht, damit die Leute in ihrem Alltag etwas Abwechslung haben und weil gute Musik einfach gute Laune macht. Einer DJane, die am liebsten noch mit Schallplatten auflegt und einen ganz eigenen Stil beim Mixen hat, kannst du hier über die Schulter schauen und zuhören:


Wie macht man selbst elektronische Musik?

Wenn du selbst Lust hast, loszulegen und elektronische Musik zu machen, brauchst du nicht viel. Ein Computer, ein Tablet oder ein Smartphone und ein kostenloses Programm oder eine App zum Einsteigen reichen vollkommen aus. Viele DJ*anes haben im Kinderzimmer angefangen mit Musik zu experimentieren. Der bekannte DJ Felix Jaehn erzählt hier in einem kurzen Interview über seine Anfänge als DJ:

https://www.duda.news/welt/einfach-loslegen-felix-jaehn-im-interview/

Das kannst du auch! Hier findest du ein paar Tipps für Programme für den Computer und Apps für ein Tablet oder Smartphone, mit denen du ganz leicht loslegen kannst mit kleinen Musik-Experimenten.

Hier findest du die besten DJ-Programme für den Computer:

https://popkultur.de/dj-software-die-besten-kostenlosen-dj-programme/

Und hier die besten Apps für ein Tablet oder Smartphone:

https://blog.deinhandy.de/dj-apps-die-drei-besten-kostenlosen-mix-apps-im-test

Wenn du deine ganz eigenen Klänge kreieren möchtest und schon ein wenig Englisch kannst, lernst du hier, wie du selbst Musik für den Computer programmierst. Schritt für Schritt gibt es eine Anleitung, wie du deinen eigenen elektronischen Musik-Code schreibst. Für jeden Klang gibt es eine eigene Formel:

https://sonic-pi.net/


Wir wünschen dir einen tollen Tag als DJ*ane!

Download

Den gesamten Tag findet ihr auch hier als Was macht eigentlich ein*e DJ*ane

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