Ein Tag voller Musik – Erlebe das Orchester [Museum für Zuhause ]

Heute dreht sich alles ums Orchester! Orchester – was heißt das eigentlich? Das Wort stammt aus dem altgriechischen und bedeutet “Tanzplatz”. Gemeint ist damit der halbrunde Platz in einem alten griechischen Theater. Auch heute sitzen die Musiker*innen noch in einem Halbrund zusammen.

Hier siehst du die Reste von einem antiken Theater in Syrakus. Erkennst du halbrunde Anordnung? Foto: Rabax63, CC BY-SA 4.0.
Hier siehst du die Reste von einem antiken Theater in Syrakus. Erkennst du halbrunde Anordnung? Foto: Rabax63, CC BY-SA 4.0.
Erkennst du die Ähnlichkeit in der Form? Das eine ist ein altes Theater, das andere ein Orchester von heute. Foto: Derek Gleeson, „Dublin Philharmonic Orchestra performing Tchaikovsky's Symphony No 4 in Charlotte, North Carolina“, CC BY-SA 3.0.
Erkennst du die Ähnlichkeit in der Form? Das eine ist ein altes Theater, das andere ein Orchester von heute. Foto: Derek Gleeson, „Dublin Philharmonic Orchestra performing Tchaikovsky’s Symphony No 4 in Charlotte, North Carolina“, CC BY-SA 3.0.

In einem Orchester spielen viele Musiker und Musikerinnen zusammen. Sie spielen viele verschiedene Instrumente. Die Instrumente bilden dabei Instrumentengruppen. Mehrere Musikinstrumente spielen jeweils die gleichen Töne, andere Instrumentengruppen wieder andere Töne dazu. Die gespielten Töne und Melodien von den verschiedenen Instrumenten verschmelzen zu einem Klang, sie klingen also zusammen.


Mitmachen: Hier kannst du alles rund ums Orchester entdecken und selbst mit mehreren Klangkörpern und deiner Stimme experimentieren:

https://klangkiste.wdr.de


Ist jedes Orchester gleich aufgebaut?

Es gibt viele verschiedene Arten von Orchestern. Sie werden auch Ensembles genannt. Es gibt zum Beispiel große Ensembles, die sich aus einer bestimmten Instrumentengruppe zusammensetzen. Etwa Blasorchester, dort werden nur Musikinstrumente gespielt, die mit dem Mund geblasen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Flöte, Klarinette, Trompete, Tuba und viele mehr. Oder Zupforchester mit Gitarren und Mandolinen. Dann gibt es noch Orchester, die eine bestimmte Art von Musik spielen: Tanz- und Unterhaltungsmusik wird von Jazz-Ensembles gespielt, auch oft Big Band genannt. Big Band heißt auf Deutsch so viel wie „Große Band“.

Klassische Musik wird von großen Sinfonieorchestern gespielt, die eine ganz bestimmte Zusammensetzung haben. Solche großen Sinfonie-Orchester gibt es in vielen Städten. So hat Bonn mit dem Beethoven Orchester Bonn auch ein solches sehr gutes und berühmtes Orchester.


Hier könnt ihr noch mehr über das Beethoven Orchester Bonn erfahren:

https://www.beethoven-orchester.de/konzerte/


Sinfonien sind lange Musikstücke, die aus mehreren Teilen bestehen. Sinfonien sind wie Geschichten, die durch Noten und Töne erzählt werden. Eine Sinfonie wird mit Noten geschrieben, wie eine Geschichte mit Worten geschrieben wird. Diese Musiker*innen, die diese Noten aufschreiben, nennt man Komponist*innen. Ein großer Komponist war Ludwig van Beethoven. Beethoven wurde vor 250 Jahren in Bonn geboren. Sein Geburtstag wird deswegen voraussichtlich im Herbst mit ganz vielen Konzerten und Veranstaltungen gefeiert. Beethoven hat viel Musik geschrieben, unter anderem neun Sinfonien für große Orchester.


Anschauen: Hier könnt ihr mehr über Ludwig van Beethoven erfahren:

https://www.zdf.de/kinder/logo/der-komponist-ludwig-van-beethoven-100.html

https://klexikon.zum.de/wiki/Ludwig_van_Beethoven


Wie ist ein Sinfonieorchester aufgebaut? Gibt es Instrumente, die wichtiger sind als andere?

Ein Sinfonieorchester ist in bestimmte Instrumentengruppen aufgeteilt: Streicher, Blasinstrumente, Schlaginstrumente und Zupfinstrumente.

Die Streicher sind Saiteninstrumente, die mit einem Bogen gestrichen werden: Dazu gehören Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass. Die Geigen sind nochmal in zwei Gruppen geteilt, die unterschiedliche Noten spielen. Die Gruppen heißen erste Geige und zweite Geige. In der ersten Reihe der Geigen sitzt der oder die Konzertmeister*in. Das ist ein*e Sprecher*in für das Orchester. Der oder die Konzertmeister*in darf zum Beispiel bestimmen, wann die anderen Musiker*innen ihre Instrumente auf der Bühne stimmen dürfen und wann alle aufstehen oder sich wieder hinsetzen. Es gibt viele Streicher in einem Sinfonieorchester, besonders Geigen gibt es viele. Die Streicher sorgen im Orchester oft für einen warmen Klang.


Anschauen: Eine Geige zu bauen, ist ganz schön viel Arbeit. Hier kannst du dir anschauen, wie das gemacht wird:


Die Holzblasinstrumente sind Blasinstrumente, die mit dem Mund angeblasen werden und ein Mundstück aus Holz haben: Dazu gehören Querflöte und Piccoloflöte, Oboe und Englischhorn, Klarinette und Bassklarinette, Fagott und Kontrafagott.

Aber warum zählt die Querflöte zu den Holzbläsern? Sie ist doch aus Metall? Früher waren Flöten, auch Querflöten, aus Holz, deshalb zählen sie auch heute noch zu dieser Gruppe dazu. Die Holzbläser sind meistens solistisch besetzt. Solistisch bedeutet, dass ein*e einzelne*r Musiker*in eigene Noten spielt. Die Holzblasinstrumente haben einen sehr hellen Klang. Deshalb kann man sie immer besonders gut hören.


Mitmachen: Willst du auch mal den Ton angeben? Du kannst ganz einfach eine Oboe aus einem Strohhalm bauen.

https://www.schule-und-familie.de/experimente/experimente-mit-ton/zauberfloete.html


Die Blechblasinstrumente sind Blasinstrumente aus Messing und einem Mundstück aus Metall: Dazu gehören Horn, Trompete, Posaune und die Basstuba. Die Blechbläser spielen auch jeweils zu mehreren zusammen, bis auf die Tuba. Sie spielt ganz allein.
Blechblasinstrumente sorgen für einen feierlichen und weit hörbaren Klang. Weil Hörner noch weit entfernt klingen, wurden sie früher zum Beispiel bei der Jagd eingesetzt. So konnten sich die Jäger  gegenseitig Signale geben.


Mitmachen: Wenn du dir deine eigene Schlauch-Trompete bauen möchtest, dann schau mal weiter unten bei:  Musik ist VIELSAITIG.


Die Schlaginstrumente sind alle Instrumente, die ihren Klang durch anschlagen mit einem Schlägel oder aneinanderschlagen erzeugen. Dazu gehören die Pauken und das Schlagwerk. Das Schlagwerk besteht aus vielen verschiedenen Instrumenten: Trommeln, Becken, Triangel, Tamtam, Glockenspiel, Marimbaphon. Das sind viele Instrumente, die aber oft von einem einzigen oder wenigen Musiker*innen gespielt werden. Ein*e Schlagzeuger*in im Sinfonieorchester muss alle Schlaginstrumente spielen können, da die Schlaginstrumente selten zur gleichen Zeit in einem Musikstück klingen. Manchmal muss der oder die Schlagzeuger*in blitzschnell das Instrument wechseln.


Mitmachen: Im Orchester gibt er ganz verschiedene Schlaginstrumente. Hier kannst du etwas ganz besonders bauen: eine Wellentrommel!
https://www.youtube.com/watch?v=byv6NeAOKTQ


Außerdem gibt es manchmal im Sinfonieorchester noch Zupfinstrumente, also eine oder zwei Harfen. Je nach Musikstück gibt es auch Tasteninstrumente: ein Klavier, eine Orgel  oder eine Celesta. Eine Celesta klingt ein wenig wie ein Glockenspiel.

Die Sitzordnung der verschiedenen Instrumente und Instrumentengruppen folgt einer bestimmten Ordnung. Manchmal sitzen sich die erste und die zweite Geige gegenüber, das nennt man “Deutsche Aufstellung”. Foto: R. Schmidt, Beethoven Orchester Bonn.
Die Sitzordnung der verschiedenen Instrumente und Instrumentengruppen folgt einer bestimmten Ordnung. Manchmal sitzen sich die erste und die zweite Geige gegenüber, das nennt man “Deutsche Aufstellung”. Foto: R. Schmidt, Beethoven Orchester Bonn.
Welche Rolle hat der*die Dirigent*in?

Oft sind Sinfonieorchester so groß, dass sich die vielen Musiker*innen gegenseitig nicht mehr gut sehen oder gar hören können. Deshalb gibt es eine*n Dirigent*in. Das ist der*die Anführer*in von einem Orchester. Die Person muss den Überblick über alle Instrumente behalten. Sie gibt den verschiedenen Musiker*innen zum richtigen Zeitpunkt ein Zeichen, wann und wie sie spielen sollen. Sie zeigt das Tempo an, mit dem ein Stück gespielt werden soll – langsam oder schnell. Oder die Lautstärke – laut oder leise. Damit auch die Musiker*innen, die ganz hinten sitzen noch die kleinsten Handbewegungen des*r Dirigenten*in sehen können, gibt es den Taktstock. Der*die Dirigent*in bestimmt damit über den Klang, den die Musiker*innen mit ihrem Instrument machen sollen.


Anschauen: Sieh dir an, wie Dirk Kaftan, der Dirigent des  Beethoven Orchesters Bonn, das macht und was er über klassische Musik denkt.


Hier siehst du eine Partitur und mehrere Taktstöcke. Dinge, die jede*r Dirigent*in braucht. Foto: Lupin, „Full score“, CC BY-SA 3.0.
Hier siehst du eine Partitur und mehrere Taktstöcke. Dinge, die jede*r Dirigent*in braucht. Foto: Lupin, „Full score“, CC BY-SA 3.0.
Was ist eine Partitur? Warum haben die Musiker*innen im Orchester Noten dabei? Haben alle die gleichen Noten dabei?

Doch woher weiß der*die Dirigent*in, welches Instrument wann und wie zu spielen hat? Er*Sie hat das Musikstück doch gar nicht selbst ausgedacht? Das macht doch der oder die Komponist*in? Dafür gibt es eine Partitur.

Die Partitur ist wie ein Fahrplan für den oder die Dirigent*in durch ein Musikstück. Natürlich stehen da keine Uhrzeiten drin, sondern Noten. Die Noten enthalten neben Taktart, Melodie und Rhythmus wichtige Informationen zu der Geschwindigkeit, in der ein Stück gespielt werden soll. Oder der Lautstärke. Die Noten in der Partitur zeigen, welches Instrument zu welcher Zeit spielt. Deshalb stehen auf einer Seite die Noten aller Musiker*innen untereinander. So ist die Partitur oft ein dickes Buch.  Meistens ist eine Seite so voller Noten, dass man sehr schnell umblättern muss. Der oder die Dirigent*in lernt deshalb das Musikstück vorher zuhause auswendig, damit nicht die ganze Zeit in der Partitur geblättert werden muss. Deshalb hat auch nur der oder die Dirigent*in die Partitur auf dem Notenpult liegen. Alle anderen Musiker*innen haben nur ihre eigene Stimme, also die Noten, die sie selbst spielen auf dem Notenständer. Wenn sie doch mal umblättern müssen, dann sprechen sich die Musiker*innen meistens mit ihrem Sitznachbar ab oder warten ab, bis sie eine Pause im Musikstück haben.

Hier siehst du eine Mitmachstation in unserer MUSIC!-Ausstellung. Dort kannst du Teil des Beethoven-Orchesters werden. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Hier siehst du eine Mitmachstation in unserer MUSIC!-Ausstellung. Dort kannst du Teil des Beethoven-Orchesters werden. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

In unserer Ausstellung MUSIC! kannst du selbst Teil des Beethoven-Orchesters werden. In einer 3D- Aufnahme haben wir den Klang des Orchesters aufgenommen und so kannst du dich selbst an die Stelle der Musiker*innen setzen und mithören, wie es klingt, mitten im Orchester an der Stelle der Geigen, der Bratschen, der Querflöten, der Posaunen, der Hörner oder der Pauken zu sitzen.


Anschauen: Erfahre 10 Geheimnisse über das Orchester mit Johannes von der Sendung mit der Maus:

https://kinder.wdr.de/tv/die-sendung-mit-der-maus/av/video-sachgeschichte-orchestergeheimnisse-100.html

Oder mit Checker Tobi im Orchester-Check:


Wir wünschen dir einen Tag voller Spaß und Musik!

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Den gesamten Tag rund um das Thema Musik findet ihr auch hier als Ein Tag voller Musik – Erlebe das Orchester


Mobile Klangskulptur VIELSAITIG Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Mobile Klangskulptur VIELSAITIG Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Musik ist VIELSAITIG

Thema: Blasinstrumente

Zu unserer mobilen Klangskulptur VIELSAITIG haben wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern eine Extra-Reihe zum Mitmachen entwickelt. Heute geht es weiter mit dem Thema Blasinstrumente von Eva Eschweiler vom Beethoven-Orchester Bonn:

Bei einem Blasinstrument entsteht der Klang, indem die Musiker*innen mit dem Mund Luft durch ein Mundstück blasen. Dieses Mundstück unterscheidet sich von Instrument zu Instrument.

Das älteste Blasinstrument ist eine Flöte, die es schon in der Steinzeit gab. Sie wurde aus Knochen geschnitzt. Viele moderne Blasinstrumente werden aus Kunststoff hergestellt. Die meisten Blasinstrumente sind jedoch aus Metall oder aus Holz gebaut. In einem Sinfonieorchester gehören die Flöten, Klarinetten, Oboen, Fagotte, Hörner, Trompeten, Posaunen und die Tuba zu den Blasinstrumenten.


Rätsel:

Da ist doch etwas durcheinandergeraten! Welches Mundstück gehört zu welchem Instrument? Verbinde das Bild vom Mundstück mit dem richtigen Instrument.

Bildnachweise: A: Hinnerk11, CC BY-SA 4.0.; B: „Bassoon Reeds“, CC BY-SA 3.0.; C: Joan, „Embouchure flute“, CC BY-SA 3.0.; D: Fewskulchor, Clarinet002“, CC BY-SA 3.0.; E: Foto: N. Gerloff. ; F: © Guillaume Piolle / CC BY-SA 3.0 „Embouchure profil“.
Bildnachweise: A: Hinnerk11, CC BY-SA 4.0.; B: „Bassoon Reeds“, CC BY-SA 3.0.; C: Joan, „Embouchure flute“, CC BY-SA 3.0.; D: Fewskulchor, Clarinet002“, CC BY-SA 3.0.; E: Foto: N. Gerloff.; F: © Guillaume Piolle / CC BY-SA 3.0 „Embouchure profil“.

Wusstest du schon, dass …

… die älteste Flöte der Welt ca. 35.000 – 40.000 Jahre alt ist und aus den Flügelknochen eines Schwans hergestellt wurde?

… es vier Arten von Oboen gibt – Barock, Klassik, Wiener und moderne, jede mit einem anderen Ton und/oder Reichweite?

… die Klarinette erst aus 5 Teilen zusammengebaut werden muss, bevor man sie spielen kann?

… der Name des Fagotts nichts mit Göttern, sondern mit dem italienischen Wort fagotto = „Bündel“ zu tun hat, da es aus zusammengebündelten Einzelteilen besteht?


Bastelanleitung Gartenschlauchtrompete

Alles, was ihr für eure eigene Gartenschlauchtrompete benötigt, findet ihr bestimmt zuhause oder im Baumarkt:

  • ein Stück Gartenschlauch ¾, Länge:  1-1,5 Meter
  • einen Trichter
  • einen Schlauchanschluss ¾
  • Klebeband

So geht’s:

Steckt alle Teile zusammen. Wenn ihr wollt, könnt ihr den Schlauch, wie beim Horn, einmal wickeln und mit dem Klebeband festkleben.

Variation:

Probiert eure Schlauchtrompete mit verschiedenen Schlauchlängen aus. Was passiert mit dem Ton?


VIELSAITIG – Ein gemeinsames Projekt des LVR-LandesMuseum Bonn, des Beethoven Orchesters, des Beethovenfestes Bonn, des Beethoven-Haus und des Theater Bonn. VIELSAITIG wird im Rahmen von BTHVN 2020 zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven durch die Beethoven Jubiläums Gesellschaft gefördert.

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Den VIELSAITIG-Teil findet ihr auch hier als Musik ist VIELSAITIG – Blasinstrumente

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