Ein Tag voller Musik – Musik und mein Körper [Museum für Zuhause]

Musik liegt in der Luft. Töne und Melodien gelangen in Form von Wellen über das Ohr in unser Gehirn.

Doch wie funktioniert das eigentlich ganz genau mit dem Hören? Und was hat der Komponist Ludwig van Beethoven damit zu tun? Dies und vieles mehr erfährst du bei Musik ist VIELSAITIG. Diese Woche von der Musikwissenschaftlerin Martella Gutiérrez-Denhoff vom Beethoven-Haus:

Mobile Klangskulptur VIELSAITIG Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Mobile Klangskulptur VIELSAITIG Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Musik ist VIELSAITIG

Thema: Hören

Musik hört man mit den Ohren. Das Ohr ist ein sehr kompliziertes und feines Organ. Alles was klingt, gelangt über die Ohrmuschel in unser Ohr und weiter an das Gehirn. Die Ohrmuschel sammelt also den Klang.

Ein Geräusch oder Klang gelangt über den Gehörgang zum Trommelfell und bringt dieses in Bewegung, als wäre es ein Trampolin. Das Trommelfell reicht die Schwingungen dann an drei kleine Knöchelchen weiter. Ein Knöchelchen sieht ein wenig aus wie ein Hammer.  Ein Knöchelchen ähnelt einem Amboss, darauf schlagen Schmiede glühendes Eisen in Form. Und ein Knöchelchen sieht wie ein Steigbügel am Pferdesattel aus. Deshalb heißen die Knöchelchen auch so.

Hier siehst du einen Querschnitt von einem Ohr. Grafik: Geo-Science-International, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.
Hier siehst du einen Querschnitt von einem Ohr. Grafik: Geo-Science-International, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.

Diese Knöchelchen leiten die Schwingungen dann weiter zur Ohrschnecke.In der Ohrschnecke werden Härchen in einer Flüssigkeit von den Schwingungen in Bewegung gebracht.

Diese Härchen leiten die Klang-Informationen zum Hörnerv weiter. Wenn zu laute Geräusche in das Ohr kommen, werden die Härchen beschädigt und man kann nicht mehr so gut hören.  Der Hörnerv bringt die Klänge dann zum Gehirn.

Hier siehst du eine Zeichnung von Ludwig van Beethoven und seinem Hörrohr. Titel: Ludwig van Beethoven. Künstler: Artigas. https://www.deviantart.com/artigas/art/Ludwig-van-Beethoven-07-152989423.
Hier siehst du eine Zeichnung von Ludwig van Beethoven und seinem Hörrohr. Titel: Ludwig van Beethoven. Künstler: Artigas. https://www.deviantart.com/artigas/art/Ludwig-van-Beethoven-07-152989423.

Der berühmte Komponist Ludwig van Beethoven wurde vor 250 Jahren in Bonn geboren. Er wurde im Laufe seines Lebens taub. Zunächst wurde sein Gehör immer schlechter. Da versuchte er, sich mit Hörrohren zu helfen. Hörrohre verlängern nämlich die Ohrmuschel und können den Klang so besser sammeln und verstärken.


Bastel dir dein eigenes Hörrohr

Dreh dir selbst ein Hörrohr aus Pappe (oder nimm eine leere Klo- oder Küchenpapierrolle).

Halte sie an dein Ohr und lasse jemanden leise(!) hineinsprechen. (Auf keinen Fall laut, denn das ist sehr gefährlich für das Ohr.)

Du wirst merken, wie die Sprache über das Rohr verstärkt wird.


Hörrätsel

Zu zweit oder zu mehreren kannst du Geräuscherätsel lösen.

Eine Person macht– natürlich ohne dass man sie sieht – ein Geräusch. Wenn man das Geräusch erraten hat, ist der nächste an der Reihe

Geräusche können sein:

Papier zerknüllen, Papier schneiden, Papier langsam reißen, Reis in eine Schale rieseln lassen, Wasser umfüllen etc.


Hör-Protokoll

Auch wenn es ziemlich ruhig um einen herum ist, kann man etwas hören, wenn man die Ohren „spitzt“.

Setze dich für ca. 10 Minuten an einen ruhigen Ort. In der Wohnung (bei geöffnetem Fenster), auf den Balkon oder in einen Garten. Notiere oder male was du hörst: Insekten summen, Blätter knistern, den Wind, vielleicht das Wasser, Stimmen.

Du kannst dir zu deinen Aufzeichnungen eine Geschichte ausdenken und sie später jemandem erzählen.

Beethoven war übrigens besonders gerne draußen in der Natur. Hier bekam er viele Ideen für seine Musik.


Bastel deinen eigenen Regenmacher

Wetter kann man hören. Dies gilt natürlich für Blitz und Donner, aber auch für verschiedene Regenarten. Es kann fisseln, tröpfeln, prasseln, gießen, schütten, schauern….

Dafür brauchst du:

Fotos Regenmacher: J. Lindenberg, LVR-LandesMuseum Bonn.
  • eine leere Klo- oder Küchenpapierrolle
  • Papier und Klebeband, um diese an den offenen Enden zu verschließen
  • Klangmaterial: Sand oder Zucker, rohe Reiskörner, trockene Linsen, trockene Erbsen, trockene dicke Bohnen

So geht’s:

1. Klebe die Rolle an einer offenen Seite mit Papier zu.

Fotos Regenmacher: J. Lindenberg, LVR-LandesMuseum Bonn.

Tipp: Wer mag, kann das Rohr schön bekleben oder bemalen – am besten bevor es befüllt wird.

2. Fülle 1-2 Esslöffel Klangmaterial ein und verschließe die zweite offene Seite ebenfalls.

Mit den verschiedenen Regenmachern kann man Regenmusik spielen. Entweder alleine oder mit anderen zusammen. Dafür sitzt man in einem Kreis und die Regenmacher werden nacheinander vorsichtig gedreht, so dass es wie Regen klingt.

Fotos Regenmacher: J. Lindenberg, LVR-LandesMuseum Bonn.
Fotos Regenmacher: J. Lindenberg, LVR-LandesMuseum Bonn.

Am besten beginnt man mit dem leisesten Rohr (Sand/Zucker) und steigert den Regen bis zum lautesten Rohr. Am Ende kann man noch einen Donner (ein Fußstampfer) und einen Blitz (einmal in die Hände klatschen) folgen lassen.

Viel Spaß!


So eine Gewittermusik hat Beethoven in einem Stück für viele verschiedene Instrumente in einem Orchester komponiert. Hier kannst du es dir anschauen:

Noch mehr Ideen zu Beethovens Gewittermusik, findest du hier als Download.


VIELSAITIG – Ein gemeinsames Projekt des LVR-LandesMuseum Bonn, des Beethoven Orchesters, des Beethovenfestes Bonn, des Beethoven-Haus und des Theater Bonn. VIELSAITIG wird im Rahmen von BTHVN 2020 zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven durch die Beethoven Jubiläums Gesellschaft gefördert.


Download

Den VIELSAITIG-Teil findet ihr auch hier als Musik ist VIELSAITIG – Musik und mein Körper

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