Ein Tag in den Niederlanden [Museum für Zuhause]

Das LVR-LandesMuseum Bonn präsentiert: Ein Tag in den Niederlanden

Wisst ihr noch, als man in  den Niederlanden besonders schöne Urlaube verbringen konnte? Vielleicht warst du ja auch schon einmal dort, bist in der Nordsee geschwommen, hast Chocmel getrunken und Frikandel Spezial gegessen?

Aber schon vor mehr als 400 Jahren waren die Niederlande ein besonders wichtiges und reiches Land. Die Lage am Meer hatte für die Menschen viele Vorteile.  Denn die Niederländer waren mächtige und erfolgreiche Seefahrer.  Deswegen war ihr Leben zum großen Teil durch das Meer bestimmt.

Hier siehst du mal ein Bild von einem solchen Segelschiff. So kannst du dir die riesigen Segelschiffe der Niederländer vorstellen. Wenceslaus Hollar artist QS:P170,Q448555 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wenceslas_Hollar_-_A_Flute_(State_2).jpg), „Wenceslas Hollar - A Flute (State 2)“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-old.
Hier siehst du mal ein Bild von einem solchen Segelschiff. So kannst du dir die riesigen Segelschiffe der Niederländer vorstellen. Foto: Wenceslaus Hollar artist QS:P170,Q448555 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wenceslas_Hollar_-_A_Flute_(State_2).jpg), „Wenceslas Hollar – A Flute (State 2)“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-old.

Ein wichtiger Teil war der Fischfang. Die Fische waren ein wichtiges Nahrungsmittel. Doch man hat sie nicht nur selbst gegessen, sondern auch in die Nachbarländer verkauft, zum Beispiel nach Deutschland. Die großen Segelschiffe machten auch einen regen Handel mit weitentfernten Ländern möglich, zum Beispiel China. Die Städte an der Küste, wie Antwerpen oder die Hauptstadt Amsterdam, wurden zu wichtigen Städten. Dort kamen Dinge aus aller Welt an. Dinge aus den Niederlanden wurden in die ganze Welt geschickt.

Der Handel machte einige der niederländischen Bürger reich. Sie lebten in den großen Städten in sogenannten Grachtenhäusern. Grachten sind schmale Wasserkanäle in den Städten. Sie verlaufen ähnlich wie Straßen und wurden im 17. Jahrhundert genutzt, um Dinge in der Stadt zu transportieren. 

Hier siehst du eine Gracht in Amsterdam. An beiden Seiten der Gracht befinden sich Straßen und Häuser. Hier erkennt man schon gut, wie schmal die Kanäle, die als Grachten bezeichnet werden, sind. Foto: B. Wiesen, LVR-LandesMuseum Bonn.
Hier siehst du eine Gracht in Amsterdam. An beiden Seiten der Gracht befinden sich Straßen und Häuser. Hier erkennt man schon gut, wie schmal die Kanäle, die als Grachten bezeichnet werden, sind. Foto: B. Wiesen, LVR-LandesMuseum Bonn.

Die Bürger stellten ihren Reichtum gern zur Schau. Sie konnten sich zum Beispiel exotische Gewürze, wie Pfeffer, leisten. Aber auch ausgefallene Lebensmittel, wie Zitronen, Orangen oder Kakao. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass Kakao ein ausgefallenes Lebensmittel war, oder? Aber damals war es richtiger Luxus und hatte eine lange Reise hinter sich.


Wenn du was über die Geschichte des Kakaos lernen willst, dann schau mal hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ycTOrVcwhG0

Wenn du jetzt auch Lust auf einen leckeren Kakao hast, dann haben wir hier ein niederländisches Rezept für einen Kuchen für dich, welches super gut dazu schmecken wird:


Backe einen leckeren Poffert

Den Poffert gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert in den Niederlanden. Der Poffert ist ein Rührkuchen mit Rosinen, der mit Butter und Zuckerrübensirup gegessen wird.  Wir haben hier ein Rezept für dich, das etwas an die heutige Zeit angepasst ist. Denn damals haben die Menschen zum Beispiel noch nicht mit Backpulver gebacken. Heute erleichtern uns solche kleinen Hilfsmittel den Backvorgang. Aber genug geschrieben, probiere das Rezept doch einfach mal aus:

Für den Poffert brauchst du:

325 g Mehl
250 ml Milch
2 Eier
1 Pck. Vanillin-Zucker
1 Pck. Backpulver

60 g Rosinen
60 g Johannisbeeren

Etwas Fett und Paniermehl/ Mehl für die Form

Zum Übergießen: Butter, Sirup oder Zucker

Und so geht’s:

1. Mische zuerst das Mehl mit dem Backpulver, Vanillin-Zucker und einer Prise Salz. Dann gibst du die Eier und die Milch dazu.

2. Verrühre die Zutaten mit dem Mixer bis du einen glatten Teig bekommst. Wenn es zu schwierig ist, dann bitte einen Erwachsenen um Hilfe.

3. Bitte nun einen Erwachsenen den Ofen auf 180 ° C vorzuheizen.

4. Nimm eine Gugelhupf-Backform, fette sie mit etwas Butter/ Margarine ein und bestreue sie mit Paniermehl oder Mehl.

5. Nun kannst du die Rosinen und Johannisbeeren unter den Teig rühren. Danach kannst du den Teig in die vorbereitete Form geben.

6. Jetzt kann ein Erwachsener den Gugelhupf auf der unteren Schiene in den Ofen schieben. Der Poffert braucht etwa 1 Stunde. Aber am besten schaut ein Erwachsener nach 45 Minuten mal nach. Denn manchmal reicht die Zeit im Ofen schon aus.

7. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, schneide ihn in Scheiben und begieße ihn direkt vor dem Essen zum Beispiel mit geschmolzener Butter, Sirup oder Zucker. Dann machst du es wie die Niederländer.

Lass es dir gut schmecken!


Bei den reichen Familien war auch zum Beispiel Porzellan aus China sehr beliebt. Doch auch den Familien mit weniger Geld gefiel das bemalte Porzellan sehr gut. Deshalb wurde bald auch günstigeres Porzellan in den Niederlanden gemacht. Sie wurden aber etwas anders hergestellt. Besonders bekannt ist dafür die Stadt Delft, in der man Keramiken herstellte, die man mit blau-weißen Mustern bemalte. Die Keramik wurde mit der Zeit so beliebt, dass das blau-weiße Muster bis heute ein Symbol der niederländischen Stadt Delft ist.

Hier siehst du ein Stillleben, das Pieter Claesz gemalt hat. Das Bild heißt: Frühstückstisch mit Siegburger Steinzeugkanne. Und wenn du ganz genau hinschaust, dann siehst du auch Delfter Porzellan. Zum Beispiel die kleine Schale vorne rechts im Bild. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Hier siehst du ein Stillleben, das Pieter Claesz gemalt hat. Das Bild heißt: Frühstückstisch mit Siegburger Steinzeugkanne. Und wenn du ganz genau hinschaust, dann siehst du auch Delfter Porzellan. Zum Beispiel die kleine Schale vorne rechts im Bild. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Wenn dir die Muster des Delfter Porzellan auch so gut gefallen und du dieses Jahr mal ganz besondere Ostereier färben möchtest, haben wir hier genau die richtige Anleitung für dich:


Bastelanleitung Ostereier mit Delfter Muster

Du brauchst:

weiße Eier (es geht aber auch mit braunen Eiern)

blaue Eierfarbe  – du kannst auch jede andere Farbe benutzen die du möchtest.


Tipp: Wenn du keine Eierfarbe hast oder nicht benutzen möchtest, kannst du die Eier zum Beispiel auch mit dem Saft von Heidelbeeren super blau färben.

Kleine Blätter aus dem Garten oder dem Wald

Ein Stück Nylonstrumpfhose

Und so geht’s:

1. Die Eier kochen – lass dir dabei am besten von einem Erwachsenen helfen.

2. Dann suchst du dir aus, welches Blatt auf welches Ei kommt. Wenn du die Blätter mit etwas Wasser nass machst, bevor du sie auf das Ei legst, halten sie besser.

3. Dann legst du ein Stück von der Strumpfhose um das Ei und knotest es fest. Das kann manchmal ein bisschen schwierig sein, vielleicht kann dir dabei jemand helfen.

4. Dann wird das Ei nach der Anleitung der Farbe gefärbt. Nach dem Trocknen kannst du die Eier vorsichtig auspacken und die Blätter abnehmen.

An den Stellen, auf denen die Blätter lagen, bleibt das Ei weiß, dadurch entsteht ein tolles Muster.

Fertig sind deine Delfter-Ostereier!


Und wenn du jetzt noch einen perfekten Teller brauchst, um deine Ostereier zu präsentieren, bastel dir doch einfach noch Delfter-Teller:


Bastelanleitung Delfter-Teller

Du brauchst:

Pappteller

blaue Farbe, zum Beispiel Filzstifte. Besonders schön ist es, wenn du helle und dunkle Töne einer Farbe mischst

Und so geht’s:

Mit der Farbe kannst du verschiedene Muster auf deinen Teller malen. Die Niederländer malten gerne Blumen, Blätter und Punkte, aber du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen.


Foto: L. Stein, LVR-LandesMuseum Bonn.
Foto: L. Stein, LVR-LandesMuseum Bonn.

Neben dem besonderen Porzellan waren die niederländischen Bürger auch an anderen schönen Dingen interessiert. Dadurch konnten sie ihren Alltag verschönern und zeigen, was sie sich leisten konnten.

Dazu gehörten auch Blumen. Besonders die Tulpen, für die die Niederlande ja heute noch bekannt sind, waren sehr beliebt. Tulpen wachsen aus Zwiebeln, die fast wie unsere normalen Speisezwiebeln aussehen. Tulpen kamen ursprünglich aus der Türkei und waren deshalb teurer als andere Pflanzen.


Wenn du noch mehr über Tulpen und Tulpenzwiebeln erfahren willst, dann schau mal bei der Sendung mit der Maus rein:

https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/tulpenzwiebel.php5


Hast du jetzt nicht Lust  dir dein eigenes Blumenstilleben am Fenster zu basteln? Das sieht für dich von innen schön aus, aber auch die Leute, die an deinem Fenster vorbeigehen, werden sich bestimmt darüber freuen. Damit du genauso wie die Maler aus dem 17. Jahrhundert unterschiedliche Blumen in deinem Bild hast, geben wir dir zwei unterschiedliche Anleitungen.

Hier siehst du ein Blumenstillleben von dem Künstler Johannes Baers (?). Das Bild trägt den Namen „Römerglas mit Blumen und Insekten“. Vielleicht erkennst du ja schon ein paar Blumen. Findest du die Tulpen auf dem Bild? J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Hier siehst du ein Blumenstillleben von dem Künstler Johannes Baers (?). Das Bild trägt den Namen „Römerglas mit Blumen und Insekten“. Vielleicht erkennst du ja schon ein paar Blumen. Findest du die Tulpen auf dem Bild? J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Bastelanleitung Blumen und Tulpen

Dafür brauchst du:

Buntes Transparentpapier

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

Schere

Bastelkleber

Bleistift/Buntstift

Klebeband

(Lineal)

Und so geht’s:

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

1. Malt Kreise in verschiedenen Größen auf verschiedenfarbiges Transparentpapier. Am besten sind 3 verschiedene Größen.

Tipp: Wenn ihr beim Kreise-Malen Hilfe benötigt, könnt ihr zu Hause nach verschieden großen runden Dingen suchen und diese als Schablone verwenden. Zum Beispiel eine Klopapierrolle, Marmeladenglas-Deckel, Bierdeckel, Zahnputzbecher, Joghurt-Becher… sicher findet ihr etwas Passendes.

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

2. Die Kreise ausschneiden und immer zwei bis drei Kreise zusammenlegen. Nun die verschieden großen Kreise aufeinander kleben: Auf einen großen Kreis jeweils einen kleineren kleben.

Tipp: Seid mutig und mischt bunte Farben. So entstehen neue Farben dort, wo sich die Farbkreise überlappen. Das sieht dann besonders schön aus, wenn die Sonne durch das bunte Papier scheint.

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

3. Nun schneidet ihr aus grünem Transparentpapier noch Stiele aus. Dafür das Papier in Streifen schneiden. Die sollten etwa einen Finger breit sein. Ihr könnt ein Lineal zur Hilfe nehmen oder einfach an der Kante des Transparentpapier-Blattes entlang schneiden. Es muss kein ordentlicher gerader Streifen sein, denn Blumen wachsen ja auch nicht kerzengerade.

4. Den grünen Transparentpapier-Streifen an die Rückseite der Kreise kleben. Wie bei echten Blumen können die Stiele verschieden lang sein.

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.
Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

Ab ans Fenster! Klebt nun die bunten Blumen mit einem mittelgroßen Streifen Klebeband entlang der Unterkante eures Fensters an und fertig ist euer Blumenstillleben.


Bastelanleitung Tulpen:

Dafür brauchst du:

farbiges Faltpapier oder buntes Tonpapier
ein Blatt Papier
Holz- bzw. Filzstifte oder Wachsfarben

Und so geht’s:

1. Du brauchst dazu Bögen quadratisches Faltpapier oder ihr schneidet euch selber Papierquadrate aus.

2. Beginne mit einem der Papierquadrate. Falte dieses diagonal zur Hälfte zu einem Dreieck.

3. Falte das entstandene Dreieck nochmals zur Hälfte, damit ein etwas kleineres Dreieck entsteht.

4. Öffne das letzte Dreieck wieder. Jetzt erhältst du die Form des ersten Dreiecks.
Falte danach die äußere seitliche Spitze in die Mitte zum Mittelfalz. Mit der anderen Spitze an der Seite musst du diesen Faltvorgang ebenfalls durchführen.

5. Nun nimmst du die zwei zur Mitte gefalteten Papierflügel und schiebst sie etwas nach außen, sodass die Tulpenform entsteht. Dann kannst du genauso wie bei den anderen Blumen noch Stiele ausschneiden. Wenn du möchtest kannst du aus dem grünen Papier auch noch Blätter für deine Blumen ausschneiden und an die Stiele kleben.

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

Fertig! Jetzt kannst du die Tulpen entweder zu den anderen Blumen ans Fenster kleben, oder wie hier auf festere Pappe kleben. Dann lässt sie sich gut als Ostergruß per Post verschicken oder bei Oma und Opa in den Briefkasten einwerfen.

Fotos Blumen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.
Fotos Tulpen: A. Fuhrmann, LVR-LandesMuseum Bonn.

Wir wünschen dir einen tollen Tag in den Niederlanden!

Download

Den gesamten Tag in den Niederlanden findet ihr auch hier als Ein Tag in den Niederlanden

Das PDF in einfacher Sprache gibt es hier zum Download.

2 Gedanken zu „Ein Tag in den Niederlanden [Museum für Zuhause]

  1. […] Denn auch einfache Dinge wie Blumen können eine versteckte Bedeutung haben, die uns heute nicht mehr allen bekannt ist. Eine Blume ist in einem Bild selten einfach nur eine Blume. Sie steht auch für Frische, Leben und Schönheit. Sie kann aber auch noch viele andere Dinge verraten. Zum Beispiel über das Können des Malers. Wie gut er nämlich beobachten kann und wie genau er die Blume malen kann, sodass sie täuschend echt aussieht. Oder sie verrät den Betrachter*innen etwas über den*die Auftraggeber*in des Bildes. Ob er*sie reich oder arm war. Vielleicht erinnerst du dich noch daran, wie das mit den vielen verschiedenen Blumen in einem niederländischen Blumenstillleben ist. Das haben wir uns ja schon angeguckt. […]

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