Ein Tag Im Mittelalter – Teil I [Museum für Zuhause]

Das LVR-LandesMuseum Bonn präsentiert: Ein Tag im Mittelalter

Wenn du an das Mittelalter denkst, denkst du bestimmt erst mal an Burgen und Ritter.

Viele mittelalterliche Burgen gibt es auch heute noch. Meistens sind es aber Ruinen, es ist also schon viel kaputtgegangen. Vielleicht kennst du die Godesburg in Bad Godesberg, im Süden von Bonn?

Hier siehst du unser Modell der Godesburg. Die echte Godesburg wurde im 16. Jahrhundert zerstört. Daher sieht man heute nicht mehr gut, welche Teile zur mittelalterlichen Burg gehören. Das Modell zeigt, wie Wissenschaftler*innen sich die Burg vorstellen, bevor sie zerstört wurde. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Hier siehst du unser Modell der Godesburg. Die echte Godesburg wurde im 16. Jahrhundert zerstört. Daher sieht man heute nicht mehr gut, welche Teile zur mittelalterlichen Burg gehören. Das Modell zeigt, wie Wissenschaftler*innen sich die Burg vorstellen, bevor sie zerstört wurde. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Als erstes fällt uns der hohe Turm auf. Der Turm hatte viele Funktionen: man konnte von ihm weit in die Landschaft gucken. Hier standen also Wachleute. Im Inneren des Turms konnte man aber oft auch wohnen, es gab dann mehrere Etagen mit Zimmern. Zum Schutz hatte die Burg natürlich eine dicke Mauer und manchmal auch einen Burggraben, damit man sie nicht so leicht angreifen konnte. Außerdem gab es innerhalb der Mauern viele Gebäude: ein Wohnhaus für die Burgherrin und den Burgherrn, einfachere Wohnhäuser für die Diener, eine Kirche, einen Stall für die Pferde, eine Schmiede, Gebäude für die Vorräte, einen Brunnen…


Wenn du Lust hast, bau doch deine eigene Burg. Hier ist eine schöne Anleitung. Im Internet gibt es aber noch ganz viele, auch aus anderen Materialien.

https://www.geo.de/geolino/basteln/13510-rtkl-basteln-ritterburg-aus-pappe


Vermutlich hast du schon mal das Leben auf der Burg in einem Film oder auf Bildern gesehen. Da sieht das immer richtig gut aus: schön geschmückte Räume, ein warmes Kaminfeuer, viel zu essen, schöne Kleider…aber so richtig schön war das Leben auf einer Burg wahrscheinlich nicht. Es war relativ dunkel und kalt. Dafür lebte man sicher vor den Feinden, denn die Burg war gut geschützt.

Aber wer wohnte denn auf so einer Burg? Das konnte sich natürlich nicht jeder leisten. Die Burgen gehörten meistens Adeligen, also reichen Menschen, die zur Oberschicht gehörten. Sie lebten dort mit ihrer Familie und ihren Dienern.

Auf dem Foto ist ein besonders reiches, mittelalterliches Geschirr zu sehen. So etwas wurde bestimmt nur zu großen Feiern von reichen Leuten auf den Tisch gestellt. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Auf dem Foto ist ein besonders reiches, mittelalterliches Geschirr zu sehen. Es handelt sich dabei um liturgisches Gerät. Liturgisches Gerät wird bei Gottesdiensten benutzt. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Willst du wissen wie das Leben auf der Burg war? Dann schau dir das Video an, in dem Checker Tobi das zeigt.
https://www.youtube.com/watch?v=eyZqRcgGkiY


Viele von diesen reichen Leuten waren Ritter. Die Ritter dienten einem König und mussten in den Krieg ziehen, wenn ihr König das wollte. Wenn kein Krieg herrschte, sind sie gern zu Turnieren gereist. Denn dort gab es Wettkämpfe und man konnte viele Leute treffen. Ritter waren sozusagen die Superstars des Mittelalters, denn so ein Turnier war ein großes Ereignis. Man kann es mit einem Sportwettkampf heute vergleichen.
Ritter konnte man nur werden, wenn man reich war, denn man musste die Rüstung und das Pferd selber bezahlen.

Willst du dich auch mal wie ein Ritter auf einem Pferd fühlen? Wir haben hier eine Bastelanleitung für ein Steckenpferd für dich!


Bastel dein eigenes Steckenpferd

Du benötigst dafür:

  • Einen Bastelhelfer
  • eine große Socke
  • einen Stock oder Besenstiel
  • Watte oder Zeitung
  • Knöpfe oder etwas Pappe
  • Wolle, Kordel oder alte Schnürsenkel
  • eine Klopapierrolle
  • Wachsmaler oder Farbe und Pinsel
  • Bleistift, Schere, Bastelkleber

Und so geht’s:

1. Fülle die Socke mit Watte oder Zeitung aus. Sodass sie prall gefüllt ist.

2. Wenn du keinen Besenstiel Zuhause hast, dann kannst du sicher einen im Garten, Park oder Wald finden. Stecke den Stock oder Stiel tief in die Socke.  Binde das Sockenende anschließend mit Wolle fest darum.

3.  Schneide die Klopapierrolle der Länge nach in zwei Hälften. Zeichne auf einer Hälfte ein Ohr und schneide es aus. Nutze das ausgeschnittene Ohr als Schablone für das zweite Ohr. Zeichne es nach und schneide das zweite Ohr ebenfalls aus. Male die Ohren schließlich an und lass sie dann trocknen. Die Farbe kannst du dir selbstverständlich aussuchen.

4. Klebe beide Ohren an der Ferse der Socke fest.

5. Nun kommt das Zaumzeug. Dafür brauchst du die Kordel, Wolle oder alte Schnürsenkel. Nutzt du Wolle, dann kannst du sie auch flechten. So wird das Zaumzeug breiter und hat einen besonderen Look.  Das Zaumzeug besteht aus zwei Teilen, einem kürzeren und einem etwa 80 cm langen.  Welche Länge der kurze Teil haben sollte, kannst du einfach herausfinden, indem du mit der Schnur einmal um die Nase deines Steckenpferdes Maß nimmst. Die Enden der langen Schnur knotest du nun mit etwas Abstand zueinander an die kurze Schnur. Dann legst du beide Schnüre auf die Nase des Pferdes und knotest die kurze Schnur auf der Unterseite der Nase zusammen.

7. Dein Steckenpferd braucht noch eine Mähne. Die kannst du aus Wolle aufkleben. Schneide dafür die Wolle in viele etwa 10-15 cm lange Stücke, die du zwischen den Ohren und am Hals entlang aufklebst. Du kannst die Mähne auch aus verschieden farbiger Wolle machen.

6. Nun hast du es fast geschafft. Es fehlen nur noch Augen und Nasenlöcher. Wenn du Zuhause welche gefunden hast, kannst du für die Augen Knöpfe nutzen. Diese kannst du aufkleben oder deinen Bastelhelfer bitten, sie anzunähen. Natürlich kannst du deinem Steckenpferd auch schöne Augen auf Pappe malen, diese ausschneiden und aufkleben. Auch die Nasenlöcher lassen sich am besten aus Pappe ausschneiden und aufkleben.

Fertig ist dein Steckenpferd! Wie wäre es nun mit einem Ritterturnier?

Übrigens: Der Komponist Robert Schumann komponierte ein kurzes Klavierstück, das er „Ritter vom Steckenpferd“ nannte.

Hier kannst du es anhören:


Die Frau vom Ritter war die Burgherrin. Sie war nicht nur ein schönes Fräulein, das hübsch aussah. Nein, sie hatte große Macht. Sie führte den Haushalt, sorgte zum Beispiel dafür, dass es auf der Burg genug zu essen gab. Wenn ihr Mann unterwegs war, war sie die Herrin der Burg. Sie entschied über alles, sie sprach sogar Recht, entschied also, wer Recht hatte, wenn sich zwei Leute stritten.

Auf dem Foto siehst du mehrere Funde aus dem Mittelalter. Auf der linken Seite sind einige Schlüssel zu sehen. Die Burgherrin trug sie an langen Bändern an ihrem Gürtel. Rechts sind Kämme zu sehen. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Auf dem Foto siehst du mehrere Funde aus dem Mittelalter. Auf der linken Seite sind einige Schlüssel zu sehen. Die Burgherrin trug sie an langen Bändern an ihrem Gürtel. Rechts sind Kämme zu sehen. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Sie besaß auch die Schlüssel für die Burg und für alle Truhen. Denn im Mittelalter wurden alle wertvollen Sachen in großen und kleinen Truhen aufbewahrt. Schränke gab es noch nicht. Möchtest du auch so eine Truhe für deine wertvollen Sachen basteln. Dann leg los!


Bastel deine eigene Truhe:

Du benötigst dafür:

  • Einen Eierkarton oder einen Teekarton
  • Farbe deiner Wahl, zum Beispiel Braun
  • Bunte Pappe
  • Pinsel, Schere, Kleber

Und so geht’s mit einem Eierkarton:

  1. Bemale den Eierkarton komplett mit Farbe und warte dann, bis die Farbe komplett getrocknet ist

2. Jetzt kannst du den Karton verzieren. Wir haben aus gelbem Papier ein Schloss und ein paar Beschläge ausgeschnitten und aufgeklebt.

Fotos: A. Segbers, LVR-LandesMuseum Bonn.
Fotos: A. Segbers, LVR-LandesMuseum Bonn.

So geht’s mit einem Teekarton:

  1. Beklebe den Karton mit bunter Pappe oder buntem Papier.

2. Verziere den Karton wie du möchtest, mit Stiften, Papier oder anderen Dingen. Wir haben uns hier für ein Drachenkästchen entschieden.


Willst du jetzt, nach einem Tag voller Erlebnisse, noch ein bisschen Rätseln? Hier findest du ein mittelalterliches Labyrinth, das du mit dem Stift bezwingen kannst: mittleralterliches Labyrinth

Wir wünschen dir einen tollen Tag im Mittelalter!

Download

Den gesamten Tag im Mittelalter findet ihr auch hier als Ein Tag im Mittelalter – Teil I

Das PDF in einfacher Sprache gibt es hier zum Download.

2 Gedanken zu „Ein Tag Im Mittelalter – Teil I [Museum für Zuhause]

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