Ein Tag voller Musik – Musik macht Freude [Museum für Zuhause]

Musik macht Spaß. Das konntet ihr vielleicht auch schon in unserer Mitmachausstellung MUSIC! Hören, Machen, Fühlen bei uns im Museum erleben. Leider ist das Museum ja grade geschlossen. Aber MUSIC! bleibt noch bis zum 13.9.20 bei uns, sodass ihr bestimmt Gelegenheit findet, nochmal vorbei zu kommen. Bis dahin erlebt ihr sicher auch täglich zu Hause, dass Musik wirklich Spaß macht. Ein scheinbar einfacher und selbstverständlicher Gedanke, doch warum ist das so? Kann man das erklären? Dies und vieles mehr erfahrt ihr hier in diesem Beitrag. Probiert es aus!

Jeder von uns mag Musik. Jeden von uns begleitet Musik durch das Leben. Wir feiern mit Musik und wir trauern mit Musik und wir verknüpfen bestimmte Erinnerungen mit Musik. Mit Musik macht eine Feier viel mehr Spaß als ohne. Mit Musik lässt sich Herzschmerz leichter ertragen. Und selbst banale Dinge wie Duschen, Joggen oder Hausarbeit machen mit Musik mehr Freude und fallen einem viel leichter als ohne.  Jeder von uns hat eine Playlist fürs Leben, denn Musik macht Freude. Das Wort Playlist kommt aus dem Englischen und bedeutet Wiedergabeliste. Eine Playlist ist eine Sammlung von Liedern oder Videos in Form einer Liste. In unserem Zeitalter von Streaming Diensten kannst du deine eigene erstellen und sie über das Internet mit Menschen auf der ganzen Welt teilen.


Der deutsche Popstar Adel Tawil hat sogar aus all seinen Liedern, die ihn in seinem Leben begleitet haben, ein einziges Lied geschrieben. Hier kannst du es dir anhören:

Mitmachen: Erstellt eine Playlist für euer Leben. Dafür könnt ihr auch nachschauen welcher Song an eurem Geburtstag die offizielle Nr.1 in den Charts war. Mit diesem Song könnt ihr eure Playlist beginnen. Hört euch die Playlists gemeinsam an und sprecht darüber welches Ereignis oder welche Erinnerung ihr mit den Liedern verbindet. Spannend sind gewiss die Playlists eurer Eltern und Großeltern. Oder kennt ihr die Lieder, die sie gehört haben als sie so jung waren wie ihr? Ihr könnt auch nach dem Lied fragen, zu dem eure Eltern oder Großeltern zum ersten Mal gemeinsam getanzt haben. Oder lasst euch einfach Erinnerungen und Musikgeschichten erzählen.


Es macht Spaß, Musik zu hören. Es macht Spaß, Musik zu machen. Es macht Spaß, zu singen und es macht Spaß, zu Musik zu tanzen. Kennt du das: du hörst ein Lied und wie von selbst schnippen deine Finger im Takt, der Fuß wippt, der Kopf beginnt zu nicken. Das Gefühl überträgt sich auf den ganzen Körper, auf deine Stimmung und erfasst von der Musik, tanzt du. Der Rhythmus der Musik bringt den Körper automatisch dazu, sich zu bewegen. Wissenschaftler sagen sogar, dass der Mensch ein Tänzer ist. Denn seit es den Menschen gibt, wird auch getanzt und das auch in verschiedenen Kulturen. Das können Archäolog*innen auf der ganzen Welt durch Ausgrabungen bestätigen.

Das Bild zeigt eine Rassel. Sie stammt aus einem Grab der späten Bronzezeit, zwischen 1300 und 800 vor Christus und ist für das Rheinland bislang einzigartig. Rasseln sind Rhythmusinstrumente und in allen Kulturen der Welt vertreten. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
Das Bild zeigt eine Rassel. Sie stammt aus einem Grab der späten Bronzezeit, zwischen 1300 und 800 vor Christus und ist für das Rheinland bislang einzigartig. Rasseln sind Rhythmusinstrumente und in allen Kulturen der Welt vertreten. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Menschen tanzen aus verschiedenen Gründen: für eine gute Ernte und gutes Wetter, für Jagderfolg und Kriegsglück, bei Hochzeiten und Begräbnissen, auf Festen und Partys. Tanzen kann man für sich allein. Tanzen kann man als Paar. Tanzen kann man in einer Gruppe. Das gemeinsame Tanzen verbindet uns Menschen. Überall auf der Welt entstehen immer wieder neue Tänze und Tanzstile.

Neuseeländische Maori-Krieger führen einen Haka als Begrüßungstanz auf. Das ist eine alte Maori-Tradition, um herauszufinden, ob Besucher in Frieden oder in feindlicher Absicht kommen.Foto: DoD photo by Erin A. Kirk-Cuomo (Released), Haka performed during US Defense Secretary's visit to New Zealand (1), CC BY 2.0
Neuseeländische Maori-Krieger führen einen Haka als Begrüßungstanz auf. Das ist eine alte Maori-Tradition, um herauszufinden, ob Besucher in Frieden oder in feindlicher Absicht kommen.Foto: DoD photo by Erin A. Kirk-Cuomo (Released), Haka performed during US Defense Secretary’s visit to New Zealand (1), CC BY 2.0

Anschauen: Hier sind zwei coole Videos zur Geschichte des Tanzes.

Hier könnt ihr euch den Haka der Maori anschauen.


Doch was ist eigentlich Tanz? Und kann jeder tanzen?               

Tanz ist, wenn unser Gehirn einen Rhythmus erkennt und diesen dann in Bewegungen umsetzt. Damit das gelingt, müssen verschiedene Regionen in unserem Gehirn zusammenarbeiten. Etwa so: Während wir Musik hören, muss zuerst der Beat erkannt werden. Das Wort Beat kommt aus dem Englischen. Es steht für den Taktschlag in einem Musikstück. In der Popmusik verwendet man den Begriff Beat, um einen ausgeprägten Rhythmus zu bezeichnen. Ist im Gehirn ein Rhythmus erkannt und dort  verarbeitet worden, sendet unser Gehirn das Kommando für Bewegung aus und unser Körper beginnt zu tanzen.

Neurowissenschaftler haben sogar festgestellt, dass Musik und Tanz ähnlich wie Schokolade auf unser Gehirn wirken. Wenn wir also Schokolade essen, Musik hören oder machen oder tanzen, dann setzt unser Körper verschiedene Stoffe frei, die das das Belohnungssystem in unserem Gehirn aktivieren und da durch bei uns wiederum gute Laune auslösen.


Mitmachen: Wenn ihr Lust habt, könnt ihr einen kleinen Tanzkurs online machen.


Vielleicht hast du ja schon einmal von der Silent Disco gehört? Oder du warst sogar schon einmal bei einer solchen Kopfhörerparty? In der Ausstellung „MUSIC! Hören – Machen – Fühlen.“ haben wir auch eine Silent Disco. Das ist eine Party, bei der die Musik über Funkkopfhörer statt über Lautsprecherboxen gespielt wird. Um die Musik hören zu können, muss man Kopfhörer tragen. Ohne diese Kopfhörer befindet man sich in einem stillen Raum voll tanzender Menschen. In der Regel wetteifern zwei bis drei DJs um die Zuhörer, die sich durch die Wahl verschiedener Kanäle an ihren drahtlosen Kopfhörern selbst entscheiden können, welches Lied sie hören möchten. Die erste Silent Disco fand bereits 2002 bei einem Theaterfestival statt und wurde von zwei  niederländischen DJs organisiert.

Hier seht ihr tanzende Menschen auf einer Silent Party in einem Club. Foto: Edinia, Silent Disco in Bielefeld, CC BY-SA 4.0
Hier seht ihr tanzende Menschen auf einer Silent Party in einem Club. Foto: Edinia, Silent Disco in Bielefeld, CC BY-SA 4.0

In der Silent Disco hat jeder seinen eigenen Kopfhörer. Wer dort tanzt, entwickelt ein besonderes Gespür für die Umgebung, denn man ist akustisch abgeschottet und befindet sich trotzdem in einem gemeinsamen Raum. Auf den zwei Kopfhörerkanälen läuft verschiedene Musik:  auf dem einen z.B. Hip-Hop, auf dem anderen z. B. Elektro. Vorne legen zwei DJs auf. Jeder einzelne Tanzende entscheidet, zu welcher Musik er tanzen möchte und kann immer wieder zwischen den verschiedenen Kanälen wechseln. Doch wie findet man gleichgesinnte Tänzer*innen? Wem schließt man sich mit seinem Tanzstil und seinen Körperbewegungen an? In einer Silent Disco kommt es noch mehr auf Körpersprache und Intuition an, denn das, was direkt greifbar und sichtbar ist, das sind die Körperbewegungen. Sie verraten zu welchem Rhythmus und auf welchen Beat getanzt wird. Markante Liedstellen wie der Refrain oder ein besonderes Intro vereinfachen das Zuordnen von Bewegung und Musik. In der Silent Disco kommunizieren wir mit unserem Körper.

Mitmachen: Silent Disco Zuhause!

Alleine oder mit mehreren – setze einen Kopfhörer auf und mache deine Lieblingsmusik an, mit einem Smartphone oder einem anderen Abspielgerät. Nun tanz einfach drauf los! Wie fühlt es sich an, zu unterschiedlicher Musik zu tanzen?

Wir wünschen dir einen Tag voller Spaß und Musik!

Download

Den gesamten Tag rund um das Thema Musik findet ihr auch hier als Ein Tag voller Musik – Musik macht Freude.

Das PDF in einfacher Sprache gibt es hier zum Download.

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