Ein Tag in der Römerzeit – Teil I [Museum für Zuhause]

Das LVR-LandesMuseum Bonn präsentiert: Ein Tag in der Römerzeit

Die Zeit der alten Römer ist schon lange vorbei und doch kommen wir mit ihnen täglich in Berührung. Wir verdanken den Römern unsere Schrift, unseren Kalender und vieles mehr.

Die Römer lebten vor über 2000 Jahren in Mittelitalien und Zentrum ihres großen Reiches war die Stadt Rom.

So sieht es in Rom heute aus. Die Überreste von römischen Gebäuden, wie zum Beispiel Tempel, kennzeichnen noch immer die Stadt. Foto: L. Stein.
So sieht es in Rom heute aus. Die Überreste von römischen Gebäuden, wie zum Beispiel Tempel, kennzeichnen noch immer die Stadt. Foto: L. Stein.

Rom wurde der Sage nach um 750 vor Christus von den Zwillingen Romulus und Remus gegründet. Die Stadt wuchs sehr schnell und wurde reich und mächtig. Von dort aus zog das römische Heer mit seinen Feldherren in die Welt hinaus und eroberte weitere Gebiete in Europa, Asien und Afrika.

Der wohl berühmteste Feldherr der Römer was Gaius Julius Caesar, der mit seiner Armee zum Beispiel Gallien und einige Gebiete in Germanien eroberte.

Caesars Adoptivsohn und Erbe hieß Augustus. Augustus war der erste römische Kaiser und herrschte rund 40 Jahre über das römische Reich. Unter seiner Herrschaft wurden weitere Gebiete erobert. Um die Siege des römischen Heeres und deren Feldherren zu ehren, wurden in Rom Triumphbögen gebaut. Davon stehen heute noch einige mitten in Rom.

Hier sieht man einen solchen Triumphbogen. Er wurde zu Ehren des Kaisers Konstantin errichtet. Konstantin war von 324-337 nach Christus römischer Kaiser. Foto: A. Segbers.
Hier sieht man einen solchen Triumphbogen. Er wurde zu Ehren des Kaisers Konstantin errichtet. Konstantin war von 324-337 nach Christus römischer Kaiser. Foto: A. Segbers.

Du kannst dir einen Triumphbogen auch ganz leicht zu Hause nachbasteln. Eine Anleitung findest du hier: https://www.kinderzeitmaschine.de/antike/rom/mach-mit/bau-deinen-eigenen-triumphbogen

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Nach Augustus folgten noch viele weitere Kaiser. Einige Kaiser sicherten sich ihre Macht, indem sie gute Dinge für die Menschen im römischen Reich taten. Die Menschen sollten glücklich sein und von Problemen abgelenkt werden.  Dazu gehörten zum Beispiel Wagenrennen im Circus Maximus, Gladiatoren-Kämpfe im Amphitheater und Aufführungen im Theater.

Hier sieht man das Kolosseum in Rom, so wie es heute aussieht. In der römischen Zeit haben hier zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden. Durch 80 Eingänge konnten rund 50.000 Zuschauer eintreten und einen Platz finden. Foto: L. Stein.
Hier sieht man das Kolosseum in Rom, so wie es heute aussieht. In der römischen Zeit haben hier zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden. Durch 80 Eingänge konnten rund 50.000 Zuschauer eintreten und einen Platz finden. Foto: L. Stein.

Ganz besonders war für die Menschen jedoch etwas für uns ganz Normales: Fast immer und überall sauberes Wasser zu haben. Du kannst dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie das Leben ohne Wasser aus dem Wasserhahn ausgesehen hat.

Doch damals bedeutete der Bau der römischen Wasserleitungen, den Aquädukten, einen riesigen Fortschritt für die Menschen. Dadurch gab es überall im römischen Reich ständig frisches Wasser. Das Wasser wurde zum Beispiel für Thermen benutzt. Unter Thermen kannst du dir riesige Schwimmbäder mit den unterschiedlichsten Becken vorstellen. Dort konnte man zum Beispiel in heißen Bädern schwitzen und sich in Eisbädern abkühlen. Das Besondere an den Thermen war, dass wirklich jeder, egal ob reich oder arm,  sie besuchen konnte, denn sie waren häufig kostenlos oder sehr günstig. Die Möglichkeit sich zu waschen half schon damals dabei, dass sich Krankheiten nicht so schnell verbreiteten.

Hier sieht man die Überreste von den Caracallathermen in Rom. Caracalla war ein römischer Kaiser und ließ diese Anlage bauen. Die riesigen Bögen und Pfeiler geben auch heute noch einen Eindruck darüber, wie beeindruckend diese römische Thermenanlage einmal gewesen sein muss. Foto: A. Segbers.
Hier sieht man die Überreste von den Caracallathermen in Rom. Caracalla war ein römischer Kaiser und ließ diese Anlage bauen. Die riesigen Bögen und Pfeiler geben auch heute noch einen Eindruck darüber, wie beeindruckend diese römische Thermenanlage einmal gewesen sein muss. Foto: A. Segbers.

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Wenn dir ein Bild von römischen Thermen nicht ausreicht, dann versuche doch mal deine eigenen Thermen mit Lego nachzubauen. Hier findest du die passende Anleitung: Lego-Bauanleitung einer römischen Thermenanlage

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Auch heute merken wir wieder, wie wichtig es ist, dass wir uns die Hände waschen können. Denn auch jetzt hilft es uns dabei, gesund zu bleiben und schützt andere Menschen vor der Verbreitung von Krankheiten. Vielleicht musst du im Moment auch noch häufiger die Hände waschen als sonst. Wenn du ein bisschen Abwechslung brauchst, dann probiere doch mal deine eigene Knetseife aus:

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Mache deine eigene Knetseife

Dafür brauchst du:

50 ml Duschgel deiner Wahl

100 ml Speisestärke

Eine Schale

Lebensmittelfarbe  (nach Bedarf)

So geht’s:

1. Wenn du es bunt magst, dann vermische das Duschgel mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe in einen Becher. Du brauchst wirklich nur wenig von der Farbe. Am besten tastest du dich mit wenigen Tropfen an deine gewünschte Farbe heran.

2. Gib die Speisestärke in eine kleine Schale und füge da Duschgel hinzu. Am besten verrührst du es am Anfang mit einem Löffel. Danach kannst du es besser mit den Händen kneten. Wenn du merkst, dass die Masse zu trocken und bröselig ist, dann füge noch etwas Duschgel hinzu.

3. Wenn du möchtest, kannst du die Knetseife nun in kleine Kugeln formen, oder mit den Förmchen für die Weihnachtsplätzchen ausstechen.

Wenn du zufrieden mit der Form und Farbe deiner eigener Knetseife bist, kannst du auch schon direkt mit dem Händewaschen beginnen.

Tipp: Am besten klappt das Händewaschen, wenn du dir immer kleine Stücke deiner Seife abmachst und dir damit mit lauwarmem Wasser die Hände wäschst. 

Und noch ein Tipp: Die Vorräte deiner Seife verwahrst du am besten in einem verschließbaren Glas, wie zum Beispiel einem leeren Marmeladenglas auf.

Viel Spaß beim Händewaschen!

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Nach den ganzen Eroberungen und Feiern knurrte den Römern bestimmt auch häufig der Magen. Sie haben schon damals gut und gerne gegessen.  Die Zutaten haben sie meistens selbst angebaut oder auf Märkten gekauft. Manche Familien erhitzten ihre Nahrung in Töpfen über glühender Kohle. In den engen Mehrfamilienhäusern der Großstädte war offenes Feuer meistens verboten, da  dadurch viele Brände entstehen konnten. Statt zu kochen, kauften die Römer dann gebackenes Brot, Obst und Käse auf dem Markt oder aßen Suppen und Eintöpfe in sogenannten Garküchen – die Imbissbuden der damaligen Zeit.

In solchen Amphoren haben die Römer zum Beispiel Öl, Oliven und Wein transportiert. Der Ständer, der die Amphore auf dem Bild hält, hat das Museum gebaut, damit es die Amphore ausstellen kann. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.
In solchen Amphoren haben die Römer zum Beispiel Öl, Oliven und Wein transportiert. Der Ständer, der die Amphore auf dem Bild hält, hat das Museum gebaut, damit es die Amphore ausstellen kann. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Die Römer aßen ziemlich ausgefallene Gerichte wie zum Beispiel Schweineeuter, Schnecken oder Garum – eine Soße aus vergammeltem Fisch als Salzersatz. Aber auch Speisen, die selbst heute noch nachgekocht werden könnten. Du fragst dich woher wir heute wissen was die Römer alles gegessen haben?  Tatsächlich haben sich Rezepte von den Römern bis in die heutige Zeit erhalten. Die meisten Rezepte der Römer, die heute noch existieren, wurden damals von Marcus Cavius Apicius aufgeschrieben. Er lebte im 1. Jahrhundert nach Christus und sein Kochbuch hieß „De re coquinaria“, das ist Lateinisch und bedeutet „Über die Kochkunst“.

Die Römer mischten gerne Gewürze, die wir heute nicht direkt verbinden würden. Aber es scheint geschmeckt zu haben. Sehr beliebt war die Kombination aus Pfeffer und Honig, besonders auf Eierspeisen. Und wenn dir auch jetzt der Magen knurrt: Dann versuch doch mal ein echtes römisches Rezept aus. Wie wäre es zum Beispiel hiermit:

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OVA SFONIA EX LACTE (Crepes)

Dafür brauchst du:

4 Eier

¼ Liter (250 ml) Milch

25 g (etwa 1 Esslöffel) Öl

Honig

Pfeffer

Und so geht’s:

1. Verrühre die Eier, die Milch und das Öl in einer Schüssel miteinander, sodass du einen glatten Teig erhältst.

2. Gib in eine Pfanne etwas Öl, erhitze es und gib einen Schöpflöffel von deinem Teig in die Pfanne und backe es, bis es goldbraun ist. Wenn du möchtest, kannst den Pfannkuchen auch noch einmal wenden. Dann stürze ihn auf einen Teller.

3. Vor dem Essen übergieße sie mit Honig und wenn du die Pfannkuchen nach römischem Geschmack probieren möchtest, dann streue noch etwas Pfeffer darüber. Und dann lasse dir die römische Speise besonders gut schmecken!

Guten Appetit!

(aus:  H. Schareika, Die alten Römer bitten zu Tisch. Weizenbrei und Pfauenzunge. (Stuttgart 2007)).

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Natürlich haben die Römer nicht nur gekämpft, gefeiert und gegessen. Nein, denn die Römer haben auch gerne gespielt. Es gibt viele antike Darstellungen und archäologische Funde, die uns heute helfen, ein Bild von den Spielen der Römer zu bekommen. Dadurch ist es uns heute sogar noch möglich, einige dieser Spiele nachzuspielen. Dazu können wir, wie die meisten Römer damals auch, ganz einfaches Zubehör benutzen, wie Bälle, Nüsse oder Würfel.

Wenn du jetzt auch Lust bekommen hast, mal ein römisches Spiel zu spielen: Dann versuche doch dieses hier:

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VENANTES (Straßenjagd)

Für zwei bis sechs Spieler

Jeder Spieler erhält einen Würfel, einen Stift und einen Zettel.

Und so geht’s:

Man würfelt nacheinander mit einem Würfel. Jeder Spieler muss zuerst eine 1, dann eine 2, eine 3 (in dieser Reihenfolge, bis hoch zur 6) würfeln.

Wer eine 1 würfelt, schreibt sie auf und darf noch einmal würfeln. Wirft man jetzt eine 2, darf man wieder würfeln, solange, bis die aufsteigende Zahlenreihe unterbrochen wird. Dann würfelt der nächste Spieler.

Man schreibt seine Augenzahl jeweils auf ein Blatt, von 1 bis 6. Wer bei 6 angekommen ist, spielt in umgekehrter Variante weiter: man muss erst eine 6 würfeln, dann eine 5 bis zur 1.

Sieger ist wer als Erster alle Zahlen von 1 bis 6 und von 6 bis 1 gewürfelt hat.

Viel Spaß beim Spielen!

(aus: K. Uebel/ P. Buri, Römische Spiele. So spielten die alten Römer. (3. Auflage)).

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Wir wünschen dir einen tollen Tag bei den Römern!

Download

Den gesamten Tag in der Römerzeit findet ihr auch hier als Ein Tag in der Römerzeit.

Das PDF in einfacher Sprache gibt es hier zum Download.

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