Fund des Monats August 2018

Urnenvielfalt

Jeden Monat zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in einer Vitrine im Foyer unseres Museums einen besonderen Gegenstand – den Fund des Monats. Ob er nun aus einer aktuellen Grabung stammt, gerade frisch restauriert ist oder auch besonders schön und zu schade für das Depot, es gibt jedes Mal einen neuen Grund und die Vielseitigkeit der Archäologie wird sehr schön deutlich.

Fund des Monats – August 2018. Früheisenzeitliche Urne 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. Fundort: Inden-Pier, Kreis Düren. LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland / LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel / LVR-LandesMuseum Bonn.
Fund des Monats – August 2018. Früheisenzeitliche Urne
8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.
Fundort: Inden-Pier, Kreis Düren.
LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland /
LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel / LVR-LandesMuseum Bonn.

In Inden wurde in den letzten Jahren das größte Gräberfeld der frühen Eisenzeit im Rheinland untersucht. Es gelang rund 650 Brandbestattungen freizulegen, die vor allem eine Fülle von Keramik in Form von Urnen, aber auch Gefäßbeigaben enthielten. Die Urnen dienten zur Aufnahme des sorgfältig ausgelesenen Leichenbrandes und waren öfters mit einer umgedrehten Schale geschützt, wie ein ausgestelltes Urnengrab im Auffindungszustand zeigt. Anders als diese Gefäße haben sich die kleinen Trankopfer- oder Duftschalen auf dem Scheiterhaufen befunden, wie die Brandspuren belegen. Holzkohlereste sind nur selten vorhanden. Andere Gräber müssen ein Behältnis aus organischen Materialien wie Holz oder Leder besessen haben und waren als sogenannte Leichenbrandlager zu erkennen. Insgesamt 89 Kreisgräben sind Überreste einstiger Grabhügel von bis zu 18 m Durchmesser. Zum Teil befand sich im Zentrum noch eine Urnenbestattung.

Die zahlreichen geborgenen Gefäße geben Einblicke in die Vielfalt der damaligen Keramikformen. Neben grob gearbeiteten Töpfen existieren auch sorgfältig geglättete und verzierte Exemplare. Besonders beliebte Zierelemente waren unregelmäßig oder schachbrettartig angeordnete Kammstrichmuster sowie als Dreieck angeordnete kleine Dellen.

Ganze Sätze von mit verbrannten Arm- und Halsringen, die als Fund des Monats August 2017 gezeigt wurden, demonstrieren einen gehobenen Standard einiger Gräber. Diese lagen allesamt in einem abgetrennten Bereich des Bestattungsplatzes. Diese im Rheinland ungewöhnlichen Grabausstattung belegt eine Verbindung zu Kulturen aus dem Bereich von Hunsrück und Eifel. Damit bilden diese besonderen Gräber die nördlichsten Vertreter dieses Ausstattungstyps.

Noch ausstehende naturwissenschaftliche Analysen werden zusammen mit den Grabausstattungen interessante Rückschlüsse auf die soziale Stellung der Verstorbenen sowie der Zusammensetzung ihrer Gemeinschaft ergeben.

Der Fund des Monats August 2018 ist im LVR-LandesMuseum Bonn im Erdgeschoss ausgestellt.

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