„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“

Wenn man an Italien denkt, fallen einem sofort die schönen Landschaften, die faszinierenden Städte, das besondere Flair des italienischen Lebens, der Genuss des italienischen Essens und natürlich die südliche Sonne ein. Ein bekennender Italienliebhaber war schon Johann Wolfgang von Goethe, der vor, während und nach seiner Reise nach Italien viele seiner Eindrücke in seine Texte einbrachte. Eines seiner bekanntesten Werke zu Italien ist seine Italienische Reise, in welcher er tagebuchartig seine gesamte 19-monatige Reise festhielt.

Seine Reiseroute führte ihn einmal komplett durch Italien. Highlights waren für ihn vor allem Rom, als „Hauptstadt der Welt“, und Sizilien, als „Paradies auf Erden“. Obwohl Sizilien deutlich nach Goethes Reise im Jahr 1861 ins vereinigte Königreich Italien aufgenommen wurde, war die Insel für ihn gleichbedeutend mit dem italienischen Traum des Südens. Besonders beeindruckten ihn die Geografie und Geologie der Insel, aber auch die zahlreichen antiken Bauten und Kunstgegenstände.

Als größte Insel im Mittelmeer und der Nähe zum italienischen Festland hatte Sizilien aber nicht nur antike Architektur und Kunst vorzuweisen, sondern auch Objekte aus zahlreichen anderen Epochen. Die günstige Lage brachte der Insel stets Stützpunkte für Seefahrt und Handel, aber auch immer neue Eroberer schätzten die vielen Vorteile der Insel. Dadurch wechselten häufig die Herrschenden und brachten ihre jeweils eigene Kultur mit, die ihre Spuren hinterließ. Bereits bis zu Goethes Reise nach Sizilien wechselte die herrschende Macht von Phöniziern, Griechen, Römern und Arabern bis hin zu den Normannen. Doch nicht nur auf der Insel sind diese Schätze zu finden – sondern auch Unterwasser.

Passend dazu sind in der Ausstellung „Im Meer versunken. Sizilien und die Unterwasserarchäologie“ zahlreiche Funde aus den letzten Jahren zu sehen. Das Wrack eines phönizischen Handelsschiffs zeigt die frühen Handelsbeziehungen der Insel mit dem umliegenden Festland. Und auch aus den anderen Herrschaftsepochen sind unterschiedliche Stücke vorhanden. So ist kostbare griechische Keramik neben römischer Handwerkskunst und byzantinischer Kirchenausstattung zu bewundern. Insgesamt werden in der Ausstellung mehr als 150 Objekte gezeigt, die in den letzten Jahren in Palermo geborgen wurden.

Musste sich Goethe damals noch mit der Landschaft und der antiken sowie römischen Architektur auf der Insel zufrieden geben, können wir heute auch die Unterwasserschätze und damit die spannende Geschichte der Insel nachvollziehen. Ein Stück weit wird hier die Bedeutung der italienischen und europäischen aber auch internationalen Geschichte Siziliens nach Bonn geholt. Und diese zahlreichen spannenden Funde würden bestimmt auch Goethes Kunstherz höherschlagen lassen.

 

[Judith Rambo]

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