Finden – Sehen – Verstehen. Das LVR-LandesMuseum Bonn ist für alle da

Tagung mit Workshops zur Inklusion im LVR-LandesMuseum Bonn am 11.Juli 2017

Das LVR-LandesMuseum Bonn blickt schon auf eine lange Tradition zurück: seit 1820 wurde es mehrfach umgebaut und neu gestaltet und hat sich immer wieder neu erfunden. Zeitgeschmack und Vorstellungen der Wissenschaftler*innen und des Publikums haben sich immer wieder verändert.

Im Jahr 2020 begeht das Museum sein 200-jähriges Jubiläum und gestaltet seine Dauerausstellung neu. Das Motto ist dabei: „Das LVR-LandesMuseum ist für alle da.“

Inklusion im Museum bedeutet vielmehr, als nur das Gebäude barrierefrei zu gestalten. Auch in der Ausstellung gibt es viele Hindernisse, besonders dann, wenn man schlecht sehen oder hören oder verstehen kann – oder auch dann, wenn man auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist.

Das LVR-LandesMuseum Bonn hat deshalb am 11. Juli 2017 eine Tagung veranstaltet, zu der es Rheinländerinnen und Rheinländer mit und ohne Behinderung eingeladen hat. Denn es ist uns wichtig, schon während der Umgestaltung darüber zu sprechen, wie unsere Ausstellung für alle da sein kann.

96 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen. Am Vormittag berichteten die Architekt*innen darüber, was bereits geplant oder sogar schon umgesetzt ist. In den letzten Wochen wurde der Vorplatz des Museums bereits teilweise umgestaltet, so dass der holprige Vorplatz jetzt mit dem Rollstuhl oder Rollator gut befahrbar ist. Der Weg führt jetzt auch direkt auf den Haupteingang. Dieser ist dadurch eindeutig erkennbar.

Am Nachmittag haben wir uns in sechs Gruppen aufgeteilt. Jeweils zwei Gruppen haben sich mit den Themen befasst:

Finden – wie finde ich im Museum, was ich sehen und erfahren will?

Sehen – wie können alle alles im Museum sehen, erkennen, erfahren?

Verstehen – was brauchen wir, um zu verstehen, was ausgestellt ist?

Erfahrene Moderator*innen und Führungsmitarbeiter*innen haben die Gruppen durch das Haus begleitet. In jeder Gruppe gab es Fragen und Aufgaben, um herauszufinden: wie ist das Museum jetzt und was würde es benötigen, damit es wirklich ein Museum für alle ist.

Finden

In den Gruppen zum Thema „Finden“ gab es wertvolle Anregungen dazu, wie man sich besser im Haus zurechtfinden kann. Hier muss vor allem ein optisches und taktiles Leitsystem gestaltet werden, das mit klaren Symbolen auf die wichtigen Punkte hinweist.

Sehen

Hier diskutierten die Teilnehmer, wie auch Menschen mit einer Sehbehinderung und blinde Menschen das Museum erfahren und sich mit anderen darüber austauschen können. Hierzu ist es sinnvoll, dort, wo das möglich ist, Objekte und Modelle zum Tasten in die Ausstellung einzubinden. Auch Gerüche, Musik und Geräusche können zusätzlich erklären, worum es in einem Bereich geht. Wenn zusätzlich zum Gesichtssinn andere Sinne angesprochen werden, haben alle Besucher*innen Spaß und Nutzen daran.

Verstehen

Eine gute Gliederung der Ausstellung mit klar getrennten Bereichen und guter Beleuchtung nützt ebenfalls allen. Wer schlecht oder gar nicht hören oder verstehen kann, ist darauf angewiesen, dass ein Rundgang durch ein großes Museum wie das LVR-LandesMuseum Bonn sich von selbst erklärt. Texte sollen einfacher und mit wenigen Fremdwörtern formuliert sein.

Der Nachmittag war spannend und ertragreich für alle Beteiligten. Die Ergebnisse wurden zum Abschluss noch einmal für alle zusammengefasst.

Das Museum hat jetzt viele neue Anregungen und Ideen bekommen. In den nächsten Monaten wollen wir alles sichten und ausprobieren. Dann wünschen wir uns, wieder mit denjenigen zu sprechen, die jetzt schon dabei waren, und gemeinsam zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

 

[Charlotte Schreiter]

 

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