My Museum – Der Technik auf der Spur

Vom Keller aufs Dach – so lässt sich der letzte Samstag (20.09.2014) beschreiben, denn Robert Senkel, Elektrotechniker am LVR-LandesMuseum Bonn führte uns heute durch tiefgelegene dunkle Katakomben und beeindruckte uns am Ende mit einem fantastischen Blick über die Dächer Bonns bis hin zum Siebengebirge.

Ich muss zugeben, heute waren wir eine kleinere Gruppe als sonst, was für uns Anwesende super war, da wir durch schmale Gänge und geheime Türen geführt wurden. Umso trauriger finde ich es aber für diejenigen, die heute nicht dabei sein konnten. Aber macht euch keine Sorgen, wir erzählen euch bei unserem nächsten Treffen ausführlich von unseren Erlebnissen.

Überall hängen Hinweisschilder. Aufgepasst.
Überall hängen Hinweisschilder. Aufgepasst.

 

Mitten rein in die Sicherheitstechnik

Ich arbeite schon lange in der Museumspädagogik und habe schon für unterschiedliche Häuser gearbeitet und natürlich weiß ich, dass ich Führungen außerhalb der Öffnungszeiten bei der Sicherheitstechnik anmelden muss, dass es Türen und Bereiche gibt, die einen besonderen Alarm haben und dass im Museum ein besonderes Klima herrscht. Gerade die Gründe für letzteres erklärte uns die Restauratorin Katharina Liebetrau in der vorhergehenden Woche. Aber wie dieses Klima aufrecht erhalten wird, wie es gesteuert wird und wie kompliziert das ist, das hätte ich mir nie so riesig und so aufwendig vorgestellt!

Abb02
Max konnte sich nicht satt sehen, alles musste im Tagebuch notiert werden.

Zunächst ging es in den Keller. Robert Senkel führte uns unter dem Werkstattgebäude in einen großen Raum, der war voll von Technikschränken, Lüftungsschächten, einer Vielzahl von Rohren und Schaltkästen. Enge Gänge schlängelten sich durch dieses bizarre System und kamen mir vor wie ein Labyrinth. An den Wänden begleiteten uns unterschiedliche Sicherheitsschilder: Notausgang, Fluchtweg, Hörschutz, Starkstrom und noch viele mehr. Wir waren total fasziniert von den blinkenden Lämpchen, Knöpfen, Schaltern und Hebel – wie in einer Kommandozentrale fühlten wir uns. Und immer hatten wir den warnenden Hinweis vor Augen und in den Ohren: Keine Tür ohne Erlaubnis öffnen! Keine Schalter und Hebel ohne Erlaubnis betätigen! Hinter jedem Schalter steckt eine komplizierte Technik, die Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Dinge hat.

Wir wollten alles wissen: Was passiert, wenn es brennt? Was, wenn eingebrochen wird? Was wenn der Strom ausfällt und wie wird dann das Klima erhalten? Fragen über Fragen – und Robert Senkel gab uns geduldig Antworten.

 

Abb03
Ein Alarm wurde ausgelöst. Oo…

Alarm, Alarm!

Er zeigte uns den Computer der Technikzentrale – der ist so groß wie 8 eurer Kinderzimmer-Kleiderschränke. Er zeigte uns das Notstromaggregat, das so groß ist wie ein Kleinbus. Außerdem zeigte er uns, wo das Löschwasser für die Feuerwehr aufbewahrt wird: tatsächlich in einem Swimmingpool großen Becken voll Wasser! Ich denke langsam bekommt ihr einen Eindruck von den Technik-Katakomben, durch die wir geführt wurden.

Und dann passierte es doch – vor lauter Begeisterung preschten wir weiter vorwärts in unserem Rundgang – und lösten den Alarm aus: ein Ohrenbetäubendes Geräusch und ein rotes blinkendes Licht versetzte uns in Schrecken – nicht aber Robert Senkel! Den Alarm hatte er mit unserem Sicherheitspersonal abgesprochen, um uns die meist gestellte Frage zu beantworten: Wie sieht denn so ein Alarm aus? Was passiert dann? Wie können wir uns das vorstellen? Es war große Klasse, selbst wir erwachsenen Museumspädagogen haben gestaunt! Definitiv ein Highlight!

 

Zurück in die Sonne

Abb04
Über den Dächern von Bonn: Tolle Sicht von der Dachterrasse.

In Keller des Werkstattgebäudes gestartet, kamen wir nun in der Parkgarage des Museums wieder heraus. Aber noch waren wir nicht wieder am Tageslicht, erst mussten wir zum letzten Mal an einem Hebel ziehen – nach dem Alarm-Erlebnis traute sich niemand so recht, außer Simon: Er zog am Hebel und die riesige Notausstiegsluke öffnete sich und führte uns über eine steile Treppe hinauf ans Tageslicht.

Eigentlich kamen wir aus dem Staunen schon nicht mehr heraus, aber Robert Senkel setzte noch eins drauf! Er nahm uns mit auf das Dach des Museums: Strahlend blauer Himmel und super weite Sicht über die Dächer von Bonns Innenstadt bis hin zum Siebengebirge erwartete uns! Und das Sahnehäubchen war der Abstieg über die Feuertreppe: Nichts für schwache Nerven und Leute mit Höhenangst wie mich! Die Kinder und Jugendliche fanden es aber rundum toll!

Abb05
Extrem hoch und nichts für Angsthasen.

 

Anna Herber

Advertisements

4 Gedanken zu „My Museum – Der Technik auf der Spur

  1. Spannende Einblicke in die Technik. Besonders die großen Notstromaggregate sind faszinierend. Wie Schiffsmotoren nur an Land. Bei Stromausfall brauchen diese jedoch bis zu 12 Sekunden, bis sie Strom liefern können. In dieser Zeit kommt der Notstrom von Batterien zur unterbrechungsfreien Stromversorgung – sogenannten USV-Anlagen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s